Ich DANKE dir für deinen wunderbaren Sohn!

Wir haben heute Abschied genommen von Frank´s Mutter und ich konnte die ganze Zeit nur denken:

ICH DANKE DIR FÜR DEINEN WUNDERBAREN SOHN!

Unsere kleine Familie hat auf eine wunderschöne Weise den Abschied zelebriert.
Genauso, wie es sich für uns richtig anfühlte.
Ein Wiesengrab läßt nicht viel Spielraum zu aber wir haben uns diesem Wunsch gefügt.

WARUM weinen wir auf Beerdigungen?

– Wir weinen, weil wir den Verlust nicht ertragen können.

– Wir weinen, weil wir uns nicht mehr behütet fühlen.

– Wir weinen, weil wir um uns weinen – um unsere ganzen unerledigten Träume – um unsere
   aufgegebenen Ziele, um unsere nicht ausgelebte Liebe, unsere unerfüllten Sehnsüchte.

– Wir weinen, weil wir Angst vor Verantwortung haben.

– Wir weinen, weil wir Angst haben vor der dunklen Seite des Lebens, obwohl wir gar nicht
  wissen, ob es vielleicht nicht sogar die allerhellste Seite ist.

– Wir weinen, weil wir so viele unausgesprochene Ängste haben.

– Wir weinen vor Erschöpfung, weil wir einen Menschen in Krankheit und Tod begleitet haben.

– Wir weinen, weil wir erleichtert sind.

  

Was nehmen wir uns augenblicklich vor  – um es schon am nächsten Tag beim kleinsten Ärger direkt wieder zu vergessen?

DAS LEBEN ENDLICH MEHR ZU GENIESSEN!

Ich kann euch eins sagen: PROBIERT ES HEUTE und nicht erst beim Tod eines geliebten Menschen oder wenn ihr selber auf der Abschussrampe steht:

LEBT ENDLICH !

Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht wenigstens eine schöne Sache unternehmen, an dem wir nicht einmal ganz bewusst küssen, uns etwas besonders Nettes sagen, wenigstens für eine Mahlzeit den Tisch schön decken….

Wir streiten wirklich nie – da habe ich einfach keine Lust zu. Frank sowieso nicht.
Meine Tochter kennt keine SCHLECHTE LAUNE, weil wir nie welche haben.
Und natürlich sind wir mal unlustig oder unter Zeitdruck (weil ich immer noch jeden morgen zu spät aufstehe…) aber das lassen wir niemals an unserer Familie aus. Ich fluche dann oder werfe ein paar Apfelsinen an die Wand, Frank wischt mit mir die Wände ab. Frank rennt in der Natur herum und kommt entspannt wieder rein. Lilli zieht sich in ihr Kinderzimmer zurück und chillt bei geschlossener Tür, danach ist sie immer vollkommen erholt.

Es gibt ja für jeden von uns eine ToDo Liste – dazu aber ein anders Mal mehr – und auf dieser ToDo Liste stehen nicht nur Dinge, die wir zu unserem eigenen Wohl ernsthaft erledigen müssen und die eigentlich keinen Spaß machen – NEIN auf der Liste steht auch Tag für Tag
HAST DU ETWAS SCHÖNES GEMACHT?
Schlittschuhlaufen, Blumen pflücken, lesen auf dem Sofa, Waffeln backen, Freundschaften pflegen…. Kurz: WAS HAST DU FÜR DEIN SEELENHEIL GEMACHT?
HAST DU HEUTE MÜSSIGGANG GEPFLEGT?

Ich habe euch hier noch einmal eine alten Blogbeitrag rein kopiert – denn der Inhalt liegt mir sehr am Herzen!!!!

Vielleicht geht es euch so, wie vielen Menschen – man spricht nicht zu Lebzeiten über den Tod.

Als mein Dad vor 9 Jahren sehr plötzlich verstarb, da haben wir uns ganz schön durch den Ablauf einer Beerdigung gequält.
Die von ihm vorbereitete HANDGESCHRIEBENE Liste seiner früheren Studienkollegen haben wir kaum lesen können.

Papa – du hattest eine SAUKLAUE (jetzt lacht er…)!

Das Abschiedsfest ist uns damals toll gelungen aber der Weg war schwierig und es war uns eine Lehre.

Noch in der selben Woche habe ich für den Fall der Fälle alles vorbereitet.

Nun gibt es ein Testament (als Eltern sowieso unverzichtbar!) und für uns alle Patientenverfügungen.

Diese Dokumente werden von uns jedes Jahr durchgelesen, gegebenenfalls geändert und immer neu unterschrieben.

Auch
gibt es eine Exel – Liste, die einmal erstellt ganz easy jährlich
überarbeitet wird. Dort steht genau, wen mein Mann, meine Mutter und ich
im Falle unseres Todes angeschrieben und/oder zur Trauerfeier
eingeladen haben möchte.

Zeilen kann man Ruckzuck löschen, wenn man zu manchen Menschen den Kontakt verliert….. kommt ja mal vor….aber ebenso schnell, auch ergänzen!

Alles ist gut lesbar und die Adressen, Telefonnummern und Bemerkungen sind eindeutig.

Es gibt sogar eine Spalte, wer eine so genannte KAFFEEKARTE mit dazu bekommt.

Ihr lacht jetzt – aber bitte denkt darüber nach!

Wenn
mir etwas zustößt, dann hat mein Mann auch noch ein kleines Mädchen,
was seine Aufmerksamkeit braucht, man hat seine eigene Trauer und einen
Haufen Bürokratie am Hals.

Er hat einen Liste der Versicherungen, der Mitgliedschaften und allgemeine Erledigungen.

Es gibt ein paar Dinge, die mir zusätzlich wichtig sind:

 –
Meine Lieblingszitate für die Trauerkarte ( mein Favorit: Verstehen
kann man das Leben nur rückwärts, leben muss man es vorwärts) 

– Ich möchte KEINE Feuerbestattung – ich mag es zwar gerne warm aber das ist mir eine Ecke zu heiß! ( darüber denke ich mittlerweile anders -15.02.2018)


Ich möchte nur meinen Namen auf dem Grabstein haben ( in Copperblate
Schrift) und unbedingt den Zusatz MARIA – auch wenn meine Familie und
alle Freunde von früher immer noch SILKE sagen – ich habe mich so sehr
an meinen Zweitnamen gewöhnt, dass ich mich in der Stadt nie umdrehen
würde, wenn jemand SILKE rufen würde.

 –  Ich möchte
keine Orgelmusik – das kann ich überhaupt nicht ausstehen. Es gibt eine
Liste mit Liedern, die mir etwas bedeuten.

– Ich möchte
keinen üblichen Leichenschmaus sondern ein  Fest in meinem Elternhaus –
mit köstlichen Involtinis, Bandnudeln und viel Mousse au chocolat (
auch wenn ich euch von oben nur dabei zuschauen kann….. den Duft werde
ich riechen!)

– Blumen von Lammers in Unna ( Ich höre den ein
oder anderen aufstöhnen ;o)) und von meinen engsten Liebsten solch dicke
Herzen wie bei Papa (also schon mal sparen ;o))

Schüttelt ihr immer noch den Kopf????

Denkt wenigstens darüber nach.

Ich
war vor Jahren bei einer Beerdigung eines lange schon sehr kranken
Mannes, viel zu jung, mit einem kleinen Sohn – die Ehefrau hat nach
seinem Tod alles IRGENDWIE entschieden, weil er sich geweigert hat den
Tod überhaupt in Betracht zu ziehen.

Jeder hat das Recht auf seinen eigenen Weg, keine Frage.

Aber
es ist für die Angehörigen sehr viel einfacher, wenn sie eine Liste
abarbeiten können – die Wenigsten sind in den schweren Stunden kreativ
und die immerwährende Frage: Was hätte der Verstorbene  gewollt – kann
man sich so erleichtern.

Und noch etwas fiel mir heute wieder ein: Ich wollte immer ein Praktikum bei einem Bestattungsinstitut machen.
Zum einen interessiert mich der Ablauf sehr und zum anderen auch der Begriff WÜRDE.
( Anmerkung von heute 15.02.2018: Dirk Räbber weiß Bescheid ;o)

Bei
Dad habe ich lange an seinem Sarg gesessen, seine Hand gestreichelt und
ihm vorgelesen. Wenn meine Stimme zwischendurch versagte, dann laß die
Bestatterin weiter und es war sehr, sehr wichtig für mich, ihn noch ein
Weilchen bei mir haben zu dürfen.

maria & lilli

P.S. Meine Lieblingsblumen sind Hortensien. Muss dann halt nur mit der passenden Jahrezeit irgendwie klappen.

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